Seite 1 von 1

Was genau korrigieren die Kalibrierungsfaktoren?

Verfasst: 16 Sep 2007 13:35
von laubfrosch
Hallo,

die Windgeschwindigkeits-Werte meiner Vantage Pro2 sind zu niedrig, weil das Anemometer (noch) zu niedrig steht. Ich möchte sie also auf 10m Anemometer-Höhe umrechnen.
Dazu trage ich unter Datei/Eigenschaften/Parameter für die Windgeschwindigkeit einen Faktor von 1.5 ein. Soweit, so gut.

Nach der Änderung des Faktors habe ich bisher keine Änderung in den Diagrammen gesehen, auch nicht für Daten die danach runtergeladen wurden, es sieht so aus als ob auch in WsWin immer noch die Originalwerte der Station dargestellt werden.

Allerdings ist mir ohnehin nicht klar, was genau dieser Korrektur-Faktor eigentlich bewirkt (dito für die anderen Sensoren), und das ist meine eigentliche Frage:

Werden die Originalwerte, die von der Station kommen, geändert, und zwar endgültig und vor dem Abspeichern im WsWin-"Archiv"?
Was dann z.B. bedeuten würde, dass Änderung nur für künftig runtergeladene Daten gilt, und dass diese neuen Daten dann mit den früheren, unkorrigierten, nicht mehr vergleichbar sind.

Oder wird die Änderung nur bei der Darstellung der Daten durchgeführt, also auch rückwirkend für frühere Daten; und ausserdem reversibel? Wobei im "Archiv" immer noch die Originaldaten erhalten bleiben.
In diesem Fall könnte man also den Faktor nachträglich nochmals ändern oder auch wieder auf 1 zurücksetzen (und würde dann wieder die Originalwerte sehen.)

Danke im voraus für alle Tips.

Schöne Grüße,
Martin

Verfasst: 16 Sep 2007 22:46
von Werner
@Martin,

Du hast Dir die Frage ja schon selbst beantwortet.

... deshalb gibt es beim Importieren die
Option "Sensorkorrektur durchführen" - um auch zurückliegende Werte
anzupassen.
Voraussetzung: dass die Daten vorher exportiert wurden, für die eine Korrektur durchzuführen ist.

Werner

Verfasst: 17 Sep 2007 08:26
von laubfrosch
Hallo Werner,

danke für den wie immer exzellenten prompten Support!

So ganz restlos klar ist es mir aber noch nicht:
Werner hat geschrieben:@Martin,

Du hast Dir die Frage ja schon selbst beantwortet.

... deshalb gibt es beim Importieren die
Option "Sensorkorrektur durchführen" - um auch zurückliegende Werte
anzupassen.
Voraussetzung: dass die Daten vorher exportiert wurden, für die eine Korrektur durchzuführen ist.

Werner
Trifft also das Folgende zu?

1. Exportiert werden immer nur unkorrigierte Originaldaten.

2. Bevor man die Daten exportiert und wieder re-importiert hat, sieht man also in den Diagrammen immer nur die Originaldaten, egal was als Korrekturfaktor einbetragen ist?

3. Erst nach Re-Import "greift" dann der Korrekturfaktor, aber nur für die Datendarstellung.
Im "Archiv" hat man aber nach wie vor die reinen Originaldaten.

4. Wenn ich dann den Korrekturfaktor ändere und erneut re-importiere, sehe ich die Daten nun mit der neuen Änderung.
Und wenn ich den Faktor auf 1 zurücksetze, sehe ich nach erneutem Re-Import auch wieder die unveränderten Originalwerte.

Falls ich meine Frage (hoffentlich) wieder selbst beantwortet habe, und dies alles stimmt, wäre das sicher auch die beste Lösung.

Ich hätte nämlich gerne (deshalb alle diese besorgten Fragen :shock:) im Archiv immer nur die echten, unmanipulierten "Rohdaten", damit ich nicht im Vorhinein und ein für alle Mal entscheiden muss, wie ich sie modifiziere, und danach die Originalwerte dann endgültig "weg" sind.

Wenn es so ist wie in 1. bis 4. oben, kann man ja getrost "herumspielen" , ohne aus Versehen (oder aus Dummheit :? ) unwiderrufliche Änderungen zu machen und die Ur-Daten damit für immer zu ruinieren...

Mit freundlichen Grüßen,
Martin

Verfasst: 17 Sep 2007 16:04
von weneu
Hallo Martin,
ich meine, es ist nicht ganz richtig, wie Du es darstellst.
Wenn DU einen Korrekturfaktor einstellst, gilt er ab jetzt. Dies bedeutet, alle ab jetzt einlaufenden Daten werden korrrigiert angezeigt und gespeichert.
Wenn Du dagegen alte Daten ebenfalls korrigieren willst, musst Du den Weg über Export und Import gehen.
Also die alten Daten importieren und dann beim Import den Haken bei "Sensorkorrektur setzen. Werner möge mich korrigieren, wenn es so nicht stimmt.
Zuletzt:
Ich würde diesen Weg nicht gehen, ich würde die Windwerte keinesfalls korrigieren, sondern die Originalwerte belassen. Und dann musst Du eben damit leben, dass bei einer Veränderung des Windmesser-Standorts ab dann die Werte anders und somit nicht mehr einfach vergleichbar sind.
Es ist, speziell beim Wind, sowieso Augenwischerei, wenn man glaubt, mit einem Korrekturfaktor hier bessere Werte zu erhalten.
Der Wind muss in größerer Höhe nicht immer stärker sein. Ich habe schon oft erlebt, dass in 2m Höhe Wind z.B. mit 12 km/h blies, während es im gleichen Augenblick auf 6m wesentlich weniger Wind war. (z.B. 7 km/h)

Verfasst: 17 Sep 2007 16:42
von laubfrosch
Hallo Werner,

vielen Dank, das ist eine ganz wichtige Klarstellung.

Im Grunde kann man es ja so oder so machen, man muss halt nur wissen, woran man ist.
weneu hat geschrieben:Wenn DU einen Korrekturfaktor einstellst, gilt er ab jetzt. Dies bedeutet, alle ab jetzt einlaufenden Daten werden korrrigiert angezeigt und gespeichert.
...
Ich würde diesen Weg nicht gehen, ich würde die Windwerte keinesfalls korrigieren, sondern die Originalwerte belassen.
Genau! Also immer unkorrigierte Originalwerte speichern, und wenn später Korrekturen gewünscht sind, dann von Fall zu Fall beim Re-Import den Faktor einstellen. Im "Archiv" aber immer die originalen Rohdaten verwahren. Das scheint mir eine sinnvolle Lösung (falls Werner nicht noch was dementiert.)
weneu hat geschrieben:Es ist, speziell beim Wind, sowieso Augenwischerei, wenn man glaubt, mit einem Korrekturfaktor hier bessere Werte zu erhalten.
Ja, ist mir klar. Ich kann meine Station sowieso nicht annähernd "standardgerecht" aufbauen und bin auch mehr an relativen Werten interessiert. Der Solarsensor liegt auch den halben Tag im Schatten, aber das ist für meinen Garten* eben auch typisch...
* Finnland, wo in ein paar Wochen selbst die Ameisen wieder einen langen Schatten werfen! :D

Nur kommen mir die Windwerte wirklich etwas niedrig vor; das Thema ist ja auch hier vielfach diskutiert worden.

Aber nichtsdestoweniger möchte ich schon die gemessenen Werte speichern, egal wie richtig oder nicht, und etwaige Korrekturen immer nur temporär machen. So halte ich mir alle Optionen offen.

Moi moi,
Martin

Verfasst: 17 Sep 2007 17:55
von Werner
@Martin,

wenn man Korrektur-Werte verwendet, werden sie auch auf die "eingelesenen" Online-Daten angewendet und gespeichert.

Ab diesem Zeitpunkt sind es dann nicht mehr die Rohdaten!

Warum das so gehandhabt wird:
Sensoren können auch "altern",
d.h. wenn heute ein Korrkturwert von z.B. 0,1 °C notwendig ist, können das in einem Jahr schon 0,5°C sein.


Werner

Verfasst: 17 Sep 2007 20:48
von Ueli
Sali Werner

und warum gilt das nicht für den Luftdruck? Ich hatte zufällig genau vor einem Jahr wegen dem Luftdruck hier nachgefragt. Siehe dazu:

http://www.pc-wetterstation.de/forum/vi ... highlight=

kann der Luftdruck nicht altern? Der hat auch mal gestimmt, dann musste ich mit der Höhe abgleichen.

Gruss
Ueli

Verfasst: 17 Sep 2007 21:18
von Werner
@Ueli,

nun ja beim Luftdruck ist die Standort-Höhe der Korrekturwert
- das ist historisch bedingt.

Wobei es Unterschiede zwischen den Wetterstationen gibt:
teilweise wird der Absolute Luftdruck gespeichert und teilweise der Relative Luftdruck.

Werner